Las Vegas

Mittwoch, 19. August, nachmittags. Vom Zion National Park aus fahren wir auf der 9 weiter bis nach Hurricane. Immerhin waren wir beinahe 4 Stunden zu Fuß unterwegs, also genehmigen wir uns an einem der Subway-Buden entlang des Highway erst mal einen Monstersandwich mit Monstercola. Gut gestärkt geht es auf der 9 weiter bis auf die Interstate 15. Es ist inzwischen 4 Uhr nachmittags, wir kriegen aber wieder eine Stunde zurück, als wir die Grenze nach Arizona und Nevada passieren. Je näher wir nach Las Vegas kommen, desto heisser wird es. Kurz vor unserem Hotel im Zentrum zeigt das Display im Auto 113 Grad Fahrenheit = 45 Grad Celsius an.

Wir verlassen die Interstate 15 und kommen dank Navi direkt in das Parkhaus vom Le Mirage. Der Weg bis zu unserer Suite erweist sich allerdings als endlos. Erst durch das Parkhaus, dann über eine Brücke bis wir über eine Rolltreppe in die Lobby des Hotels kommen. Hier herrschen 20 Grad und aus Aircondition scheinen neben merkwürdigen Geruchszusätzen auch noch die Eiswürfel zu fallen. Die Rezeption ist ein endlos langer Thresen, mit endlos langen Schlangen davor. Nach 20 Minuten haben wir endlich unsere Zimmerschlüssel: eine Tower-Suite, einen Monat vorher zum Sondertarif im Internet gebucht, und pro Nacht billiger als das Wildwest-Bates-Motel in Tropic. Dafür müssen wir aber wieder beinahe einen Kilometer laufen: in der Lobby durch tausende von Spielautomaten, bis wir endlich am anderen Ende die Aufzüge finden. Wir haben einen separaten Aufzug. Oben dann die nächste Überraschung: wir müssen den ganzen Weg, den wir in der Lobby zurückgelegt haben, wieder im 27ten Stock zurücklaufen – der Gang ist endlos, und unsere Suite liegt ganz am Ende in der Ecke. Tür auf, Luft holen und angucken: die Suite ist gut 160 Quadratmeter. Wohnzimmer mit Bar, Esstisch. Schlafzimmer. Das Bad so gross wie das Schlafzimmer, mit Bubble Bath. Begehbarer Kleiderschrank mit Tresor und natürlich das Örtchen – das man hier wahrscheinlich als Zimmer vermieten würde.

Nachdem alles ausgepackt und verstaut ist, machen wir uns erst mal auf den Weg um die Nachbarschaft zu erkunden. Sobald man die Tür des Hotels verlässt, erschlägt einen sofort wieder die Hitze. Gottseidank braucht man nur kurz über die Strasse bis ins nächste Hotel zu gehen, dann ist wieder alles klimatisiert. Inzwischen ist es dunkel geworden, merkt man aber auch nichts von, weil wir durch Venedig, Paris und das alte Rom wandeln. Alles Pappmaché, alles nachgemacht. Irgendwann knurrt uns der Magen und wir landen bei einem Chinesen auf dem Strip. Vor- und Hauptgericht, Bier für zwei: 20 Dollar. Nach einer weiteren Runde durch Kauftempel und Shopping Malls landen wir erschöpft auf dem Bett in unserem Zimmer – wo wir das Bubble Bath und den wundersam aus dem Schrank am Fussende des Bettes hochkommenden Fernseher geniessen.

Donnerstag, 20. August. In Anbetracht des monströsen Esstisches beschliessen wir, uns das Frühstück aufs Zimmer bringen zu lassen und die Aussicht aus dem 27ten Stock auf den Strip zu genießen. Es gibt Chilibohnen mit Hackfleisch, Spiegelei und Jalapenos. Gut gestärkt machen wir anschliessend eine Monstertour durch so ziemlich alle Hotels links und rechts des Strips. Dazu noch die Baustelle des neuen City Center und das Harley Davidson Cafe, wo uns einer der Bauarbeiter von gegenüber die Nacktfotos seiner Freundin auf seinem Mobiltelefon sehen lässt. Irgendwann sind dann die Füsse dermaßen rund gelaufen, dass wir zurück ins Hotel gehen und uns dort für die Show des Cirque Du Soleil “The Beatles – LOVE” frisch machen. Alleine schon um eine dieser Shows zu sehen, ist Las Vegas die Reise wert. Perfekte Inszenierung, perfekte Organisation, perfekter und kristallklarer Klang, der sogar aus in den Rückenlehnen der Sitze eingebauten Lautsprechern kommt. Man hat das Gefühl, mitten im Geschehen zu sitzen. Kurzum: die perfekte Illusion. Sicher der Höhepunkt unserer Tour, die leider am nächsten Morgen brutal mit dem Wecker um 5 Uhr endet.

Freitag, 21. August. Wir schleppen unsere Koffer die 2 km lange Strecke zurück ins Auto. Es ist halb sechs, als wir aus dem Lift unten in die Lobby kommen. An den Spielautomaten herrscht immer noch Betrieb. Wir halten an der Rezeption und checken aus. Vom Parkhaus aus sind wir direkt wieder auf der I15 und fahren Richtung McCarran International Airport – Mietwagenzentrum. Kein Problem dank dem eingebauten Navi. Das Auto, mit dem wir gut 1.400 Meilen zurückgelegt haben, ist innerhalb weniger Minuten wieder abgegeben. Wir nehmen den nächsten Shuttlebus zum Terminal und checken ein. Noch ein letzter Gruss von den Spielautomaten am Gate. Der Flieger bringt uns wieder nach Chicago O’Hare. Anderthalb Stunden Aufenthalt, dann geht es weiter zurück nach Düsseldorf, wo wir am nächsten Morgen um 7 Uhr und 13 Grad etwas benommen wieder unser eigenes Auto besteigen.

Hier endet unsere Reise, danke für Eure Neugier. Ihr könnt jetzt also beruhigt von dieser Seite weggehen. Falls Ihr noch nicht genug habt, oder nochmal bestimmte Abschnitte sehen wollt: hier geht zurück es auf die Startseite USA Tour 2009



Las Vegas – Amerika pur. Alles, was in den anderen Bundesstaaten verboten ist, ist hier erlaubt: Rauchen in den Kneipen, Prostitution und natürlich Glücksspiel. Aber auch die besten Shows der Welt. Nach nicht mal 2 Tagen hatten wir allerdings schon genug davon und freuten uns auf die kalte Heimat.


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>