Also was soll der Unsinn jetzt wieder? Es gibt doch schon ein Roastbeef-Rezept auf diesem Blog? Im Prinzip ja, aber man lernt ja immer dazu. Dieses Mal habe ich es anders zubereitet: das beste Stück vom Rind, damit es nicht wegläuft umschnürt und langsam halbgar gebacken … dazu vom Bratensatz eine würzige Rotweinsauce. So lässt es sich aushalten. Bei zahlreichen Aufenthalten jenseits des grossen Teiches gehört unbedingt ein Sirloin-Steak auf die Speisekarte. Sirloin-Steak ist im Prinzip ein grosses Stück Roastbeef, also im ganzen gebraten und dann aufgeschnitten. Unglaublich saftig und lecker.

Im Gegensatz zu den meisten Rezepten wird das Fleisch hier nicht angebraten, sondern im Backofen (oder Grill) zubereitet – das Ergebnis ist wunderbar saftig, zart und einfach unwiderstehlich.
Zutaten
für 4 – 6 Portionen
Für den Braten:
- ca. 1,3 bis 1,6 kg “rundes” Roastbeef (es gibt auch “flaches” …), dabei drauf achten dass eine Lage Fett dran ist
- 2 Zehen Knoblauch
- Olivenöl
- Pfeffer und Salz
Für die Sauce:
- 1 kleine Zwiebel, feingehackt
- 125 ml Rinderfonds
- 1 Flasche Rotwein (JA! Und zwar Domina-Traube von der Ahr)
- 4 Datteln, entkernt und feingehackt
- 1 TL schwarze Johannisbeermarmelade
- 1 Zweig frischer Thymian
- 1 Spritzer Tabasco
- 1 Spritzer Worcestershire-Sauce
- Olivenöl
Zubereitung:
- Vor dem Beginn das Roastbeef unbedingt Zimmertemperatur annehmen lassen und deshalb eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank nehmen. Den Backofen auf 190 Grad vorheizen. Damit das Stück seine Form behält, sollte es gefesselt werden … ganz nach Phantasie und Geschmack!
- Knoblauchzehen schälen und in Stifte schneiden. Den Braten gut abwaschen und trockentupfen, mit Küchengarn in Form bringen. Dabei sollt man bedenken, dass die Schnur nach dem Braten auch wieder ab muss. Mit einem scharfen Messer auf beiden Seiten unterhalb von der Fettschicht Taschen in das Beef schneiden und mit Knoblauch spicken. Anschliessend das Fleisch ringsrum gut mit Olivenöl einpinseln und mit groben Pfeffer und Salz aus der Mühle würzen.
- Den Braten mit der Fettschicht nach oben direkt auf einen Rost im unteren Drittel vom Backofen legen, eine Schiene darunter ein Backblech um den Bratensaft aufzufangen. Dadurch kann die Luft im Backofen ungehindert auch unter den Braten kommen und das Fleisch muss nicht umgedreht werden.
- Das Fleisch ca. 30 Minuten bei 190 Grad bräunen lassen. Dann die Temperatur auf 100 Grad reduzieren und je nach Form, Größe und Gewicht 1,5 bis 2,5 h bei niedriger Temperatur weitergaren.
- Jetzt heisst es aufpassen. Abgesehen davon, dass das Roastbeef seine Fassung, also Form, verliert (gottseidank haben wir es ja geschnürt!), beginnt es irgendwann Wasser zu lassen, also es tropft aufs Blech. Dann wird es Zeit zum Fleischthermometer zu greifen und damit den Braten zu erstechen. und die Reaktion im Auge zu behalten. Das Stück hat die optimale Konsistenz, wenn die Kerntemperatur vom Braten zwischen 57 und 60 Grad beträgt. Das Stück aus dem Ofen nehmen, gut in Alufolie einpacken und mindestens eine Viertelstunde ruhen lassen!

Der Wein zum Rezept - Hoffentlich hat sich unten auf dem Backblech genug Saft eingebrannt. Das Blech aus dem Ofen nehmen, mit einem guten Schuss Rotwein ablöschen und den Satz mit einem Spachtel vom Blech lösen. In einem Topf die feingehackten Zwiebeln glasig anbraten, mit dem Rinderfond ablöschen, die Marmelade, Thymian und die feingehackten Datteln dazugeben und schliesslich den vom Blech gelösten Bratensatz mit dem Rest vom Rotwein reinkippen. Das ganze aufkochen und mindestens um die Hälfte einkochen lassen. Wer keine Stückchen in der Sauce mag, kann sie mit dem Pürierstab pürieren. Mit Tabasco, Worcestershire-Sauce, Pfeffer und Salz pikant würzen.
- Roastbeef aus der Alufolie packen, den rausgelaufenen Fleischsaft noch in die Sauce kippen. Fleisch in möglichst dünne Scheiben (auch hier gilt: besser viele dünne als eine dicke Scheibe, da kann man mehr Sauce mit tunken!) schneiden und zusammen mit frischen kleinen Ofenkartoffeln und der Sauce servieren. Wer auf Kalorien keinen Wert legt, muss unbedingt auch noch die selbstgemachte Remouladensauce dazu auf den Tisch stellen. Wetten, dass die weg geht? Und ein kleiner Salat kann auch nicht schaden.



